Nachrichten, die in der Vergangenheit liegen

2016:
Rückblick auf das Jahr 2016
2016 stand für uns unter dem Stern des Jubiläums 25 Jahre "Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit". Auch das Deutsch-Polnische Jugendwerk feierte - es war im Sommer 1991 gegründet worden.


2015:
Rückblick auf das Jahr 2015

Den 20. Juli begingen wir in Erinnerung an den 20. Juli 1944 mit einer Abendveranstaltung: 20. Juli 2015, Rudolf-Alexander-Schröder-Haus, Würzburg - 20:00 Uhr

Es sprach Manfred Gailus, Prof. für Neuere Geschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin zum Thema: "Verteidigerin der Menschlichkeit: Elisabeth Schmitz - Eine mutige Stimme für verfolgte Juden 1935/1936. Vorbild für heute?" Es handelte sich um eine Kooperationsveranstaltung des Würzburger "Bündnisses zum Gedenken des 20. Juli 1944".Hier erfahren Sie mehr: 20. Juli Veranstaltung K.I Würzburg 2015 (pdf) - Wordformat


Bei der Demonstration "Würzburg ist bunt" sprach unser Gründungsmitglied Dr. Andreas Möckel am 14. März 2015 5000 Mitdemonstrantinnen und -demonstranten an. Die Rede finden Sie hier: Andreas Möckel - Würzburg  ist bunt - zum 14. März 2015.pdf

Rede unseres Gründungsmitgliedes Dr. Andreas Möckel am 14. März 2015 anlässlich der Demonstration "Würzburg ist bunt":

Andreas Möckel – Ansprache am 14. März 2015 in Würzburg – Würzburg ist bunt

Liebe Mitdemonstrantinnen und Mitdemonstranten!
Warum ist es wichtig, für ein buntes Würzburg zu demonstrieren?
Vor etwa 40 Jahren hörte ich zum ersten Mal das Läuten der Kirchenglocken zur Erinnerung an den
16. März. In der Zeitung las ich, dass die Erinnerung nicht nur dem schrecklichen Tag, sondern
auch der politischen Vorgeschichte dieses Tages galt: Trauer über unwiederbringliche Verluste,
aber auch ein nüchterner Sinn für die Wirklichkeit. Das war mein erster Eindruck vom Geist dieser
Stadt. Die großen Gedenktage dieses Jahres enthalten alle diese schmerzliche Doppelwahrheit. Das
gilt von der Befreiung des KZ Auschwitz im Januar 1945, vom 16. März und vom 8. Mai. Es gilt
auch vom Gedenken an Menschen, die vor 70 Jahren für ihren Widerstand in der NS-Zeit mit dem
Tode bezahlten: Helmuth James von Moltke, Alfred Delp, die Würzburger Georg Angermeier und
Franz Wirsching, ein einfacher Arbeiter. Das Gedenken erinnert immer zugleich auch an das
schmähliche Ende der ersten deutschen Demokratie. Das müssen wir aushalten; denn es darf sich
nie mehr wiederholen.
Dieses „negative Wissen“ war nach 1945 ein starkes politisches Motiv. Die Väter und
Mütter des Grundgesetzes konstruierten in diesem Wissen die Verfassung. Beim sog.
„konstruktiven Misstrauensvotum“ liegt das auf der Hand. Viele Wähler beteiligten sich in diesem
Wissen an den Wahlen. Die Einheitsgewerkschaft entstand gegen die Zersplitterung in der
Weimarer Zeit. Heute beginnt die Wirkung des schmerzhaften „negativen Wissens“ nachzulassen.
Es war nicht gut, dass 1990 keine verfassungsgebende Versammlung einberufen wurde − gegen den
klaren Wortlaut des Grundgesetzes − und dass viel zu viele dazu schwiegen. Es darf nicht mehr
dazu kommen, dass Scharlatane Scharen Gutgläubiger hinter sich herziehen und die Mehrheit
besorgt, aber stumm zusieht. Deswegen ist die Demonstration heute so wichtig. Es darf auch in
Zukunft keine sog. gelben Gewerkschaften geben, die von Unternehmen zur Schwächung der
Arbeitnehmer bezahlt werden.
Willy Brandt sagte in einem Interview anlässlich eines Auslandsbesuches drastisch, und
hoffentlich gilt das nur noch für die Vergangenheit: Die unpolitischen Deutschen bräuchten von
Zeit zu Zeit einen Tritt vom Schicksal, um zur Besinnung zu kommen. Ich erhielt diesen Tritt zum
Aufwachen aus acht Jahren Erziehung in der Nazizeit im Januar 1945 als 17-jähriger. Die
Sowjetunion deportierte aus Siebenbürgen und aus dem Banat Tausende Arbeitsfähiger in den
Donbass. Willy Brandts wenig schmeichelhafte Bemerkung sagt: Es geht nicht nur um das Nicht-
Vergessen oder um das Nicht-Verdrängen, sondern um die Beherzigung der historischen Schocks
auf Dauer. Andernfalls droht in der dritten oder vierten Generation die nächste unfreiwillige

Verwandlung unter Donner und Blitz. Auch der amerikanische Präsident Woodrow Wilson sah die
Gefahren politischer Genügsamkeit. Ein politisch erträglicher Zustand ist erkämpft. Wird er
daraufhin sich selbst überlassen, geht es abwärts. Darauf ist Verlass. Sinngemäß sagte Wilson:
Wenn die Menschen in Friedenszeiten politisch so wach lebten wie im Krieg, wären Kriege nicht
mehr nötig.
Es gab nach dem Ersten Weltkrieg genügend Weitschauende, die erkannten, dass die
Geschichte sich auf eine Weltgesellschaft zubewegt. Gehör fanden jedoch die Rabiatesten der
Nationalisten. Hitler war kein Revolutionär, wie sogar Marion Gräfin Dönhoff in der
Wochenzeitung „Die-Zeit“ einmal schrieb. Er war ein Konterrevolutionär. Die nationale Diktatur
war keine Revolution, sondern weißer Terror. Die Geister der Zwischenkriegszeit sind heute erst
recht Leichengift. Marie Le Pen, Geert Wilders, die AfD, Pegida und andere spielen damit, dass
niemand die Zukunft genau kennt. Aber der nächste Wandel kommt, ob es uns passt oder nicht, und
er kostet Kraft.
Die heutige Demonstration ist ein Signal auch an die politischen Parteien. Wer sich für ein
ethnisch buntes Würzburg stark macht, weiß, dass es Probleme gibt und dass neue Probleme auch in
Zukunft entstehen werden. Vor 68 Jahren schob die Sowjetunion kranke Zwangsdeportierte aus
dem Donbass nach Deutschland ab. Ich war einer von ihnen und bin dankbar für die Aufnahme. Sie
war nicht einfach. Aber Deutschland bewältigte zusammen mit Millionen von Flüchtlingen einen
riesigen gesellschaftlichen Wandel. Auch die Wiedervereinigung 1990 wandelte das ganze Land.
Der nächste Wandel hat schon begonnen und wird uns und allen Europäern einiges abverlangen.
Wir wünschen uns politische Vertreter, die vor der Zukunft keine Angst haben, sowohl im Bund
und in den Ländern als auch in Brüssel und in Straßburg. Wir wollen keine Volksvertreter, die
national engstirnige Wähler suchen. Wir wollen, dass rechtzeitig getan wird, was getan werden
muss. Wir wollen, dass der nächste, notwendige Wandel in Deutschland und in Europa mit Anstand
gelingt.


2014:

Die Ausstellung Mut und Versöhnung wurde als neuer Baustein für die Bildungsarbeit in Kryzowa/Kreisau zu Ende gestellt.
Am 20. November 2014, wenige Tage nachdem sich die "Versöhnungsmesse" zum 25ten Mal gejährt hatte, eröffneten Ministerpräsidentin Ewa Kopacz und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ausstellung.

Gedenken an die Versöhnungsmesse am 12. November 1989
Am 12. November 2014 findet in Krzyżowa ein ökumenischer Gottesdienst statt, mit dem an die sogenannte Versöhnungsmesse vor 25 Jahren erinnert wird.
Um 15:00 Uhr beginnt am selben Tag die internationale Konferenz
"25 Jahre deutsch-polnische Versöhnung. Schlüsselmoment für Europa und Beispiel für die Welt".
Die Konferenz endet am 13. November um 13:30 Uhr
Mehr dazu finden Sie auf den Seiten: www.mszapojednania.pl (in 3 Sprachen)
Folgen Sie einfach diesem Link.

Mut und Versöhnung - 25 Jahre Stiftung Kreisau
Eine aktuelle Übersicht über die Aufgaben des neu gewählten Stiftungsrates der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung finden Sie hier.

Das Jahr 2014 steht in den deutsch-polnischen Beziehungen unter dem Stern des 25jährigen Jubiläums:

Im November 1989 besuchte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl Polen. Der damalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl feierten am 12. November dieses denkwürdigen Jahres '89 die sogenannte Versöhnungsmesse in Kreisau. Dies war ein wichtiges Zeichen für die sich in diesen Tagen rasch wandelnden politischen Ereignisse.



            Pfingsttreffen in der IJBS in Kreisau 2014

Wenn Sie bei einem großen familiären Treffen der Freundinnen und Freunde des "neuen Kreisau" teilnehmen möchten, so informieren Sie sich bitte hier zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Wir nennen Kontaktpersonen und Rahmenprogramm. Vorab können Sie sich schon jetzt direkt in der IJBS Kreisau melden und dort eine Unterkunft  reservieren.


Einladung zur Teilnahme an einer Berlinfahrt
Ziel:  Wandeln auf von Moltkes Spuren sowie Teilnahme am Tag der offenen Tür der
Kreisau Initiative Berlin
Termin: 4.-6. April 2014 (Freitag bis Sonntag abend)
Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei den
Mitgliedern des Vorstands der Kreisau-Initiative e.V. Würzburg.


          Die Kreisau-Initiative e.V. Würzburg wird vom 4.-6. April 2014 nach Berlin reisen.
         
          Ein Ziel ist es, Stationen des Lebens und Wirkens Helmuth James von Moltkes zu besuchen.

          Zudem werden wir am Tag der offenen Tür der Kreisau Initiative Berlin teilnehmen.
          Melden Sie Ihr Interesse gerne an beim Vorstand unseres Vereins.
          Wir freuen uns über Interessierte, die uns begleiten möchten.

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2013

Am 6.01.2013 jährte sich der Geburtstag des Widerständlers Dr. Georg Angermaier zum 100. Mal.

Die Kreisau-Initiative Würzburg freut sich, dass aus gegebenem Anlass am 4.1.13 ein Artikel zu Ehren Angermaiers in der Zeitung Main-Post erschienen ist.

Unsere Veranstaltung dazu: s.u. (18. Oktober 2013).



3. Juli 2013: Veranstaltung in Bamberg

„Haltet euch bereit, seid gläubig und ohne Absicht auf Rache oder Hass.”
Zwei katholische Juristen und Freunde im Widerstand gegen die NS-Diktatur
Vortrag und Podiumsgespräch aus Anlass des 100. Geburtstages von Georg Angermaier

Mittwoch, 3. Juli 2013, 19.30 Uhr
Bistumshaus St. Otto, Heinrichsdamm 32, 96047 Bamberg




20. Juli 2013: Veranstaltung in Würzburg

Das Würzburger Bündnis zum Gedenken an den 20. Juli 1944 zeigt am 20. Juli 2013 im Programmkino Central in Würzburg einen Film über Falk Harnack. Dieser wurde 1913 geboren und stand bereits als Student in Verbindung zu den Gruppen Rote Kapelle und Weiße Rose sowie zu Mitgliedern des Kreisauer Kreises. Nach seiner Emigration kehrte Harnack nach Deutschland zurück und hinterließ als Filmregisseur  bedeutende Zeitdokumente zum Thema Nationalsozialismus.

Samstag, 20.Juli 2013 [Uhrzeit wird noch bekannt gegeben]

Central Programmkino, Maxstraße 2 (Eingang Hofstraße), 97070 Würzburg  (s. auch http://www.central-programmkino.de/)




17.Oktober 2013: Veranstaltung in Bamberg
Helmuth Caspar von Moltke spricht im Bistumshaus in Bamberg.

(Uhrzeit und Thema noch nicht feststehend)




18. Oktober 2013: Veranstaltung in Würzburg [hier die Einladung mit Anmelde-Kontakt der Stadt Würzburg]

Zum 100. Geburtstag von Dr. Georg Angermaier. Der Justitiar der Diözese Würzburg und der Erzdiözese Bamberg im Widerstand gegen die NS-Diktatur. Prof. Dr. Fabian Wittreck, Universität Münster, spricht über "Nationalsozialistische Rechtslehre und Naturrecht - Der Jurist und Staatsrechtler Dr. Georg Angermaier". Helmuth Caspar von Moltke spricht über "Die Juristen im Kreisauer Kreis - Visionen für Europa". Wir freuen uns sehr, Herrn Eberhard Schellenberger, Redaktionsleiter Regionalstudio Mainfranken des Bayerischen Rundfunks, als Moderatoren gewonnen zu haben.

Freitag, 18. Oktober 2013, 18.00 Uhr im Ratssaal des Würzburger Rathauses

Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg


 

Weiteres ehemals Aktuelles aus der Kreisau-Initiative Würzburg e.V. gibt es momentan unter
www.kreisau-initiative-wuerzburg.dialog-inter-kultur.de





100. Geburtstag Freya von Moltke

Am 29. März 2011 jährt sich der Geburtstag von Freya von Moltke zum 100. Mal. Aus diesem Anlass finden im Frühling 2011 deutschlandweit mehrere Veranstaltungen statt. Die Kreisau-Initiative Würzburg bereitet eine Veranstaltung in Kooperation mit der Akademie Frankenwarte vor. Unter dem Titel "Von Kreisau nach Krzyżowa" spricht und liest Frauke Geyken über Freya von Moltke. Von ihr erschien vor Kurzem die Biographie Freya von Moltke: Ein Jahrhundertleben, 1911 – 2010.

Donnerstag, 14. April 2011 um 19.15 Uhr in der Akademie Frankenwarte, Leutfresserweg 81-83.
Herzliche Einladung!




Lesungen und Gespräche mit Helmuth Caspar von Moltke



München, 22. März 2011, 17 Uhr "UniSpiegel-Gespräch mit Helmuth Caspar von Moltke"

Helmuth Caspar und Ulrike von Moltke: Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel

Ort: Neubiberg, Universität der Bundeswehr München, Werner-Heisenberg-Weg 39, Eintritt frei

Weitere Informationen: http://www.chbeck.de/themenseite.aspx?toc=3453
Tübingen, 23. März 2011, 20 Uhr "Helmuth James & Freya von Moltke: Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel"

Gespräch: Helmuth Caspar von Moltke, der älteste Sohn der von Moltkes und Ulrike von Moltke, die mit dem schon verstorbenen zweiten Sohn Konrad verheiratet war, erzählen von ihren Eltern bzw. Schwiegereltern.
Lesung: Die Schauspieler Jovita Dermota und Jochen Striebeck lesen Auszüge aus dem Briefwechsel.

Ort: Museum (Obere Säle), Wilhelmstraße 3
Eintritt 10 Euro, OSIANDER-Karte & Studierende 8 Euro

weitere Informationen: http://www.osiander.de/buchhandlungen/tuebingen/veranstaltungen/index.cfm?evt_id=425
Marbach, 24. März, 20 Uhr Geheime Botschaften: Helmuth James von Moltkes letzte Briefe.

Ort: Deutsches Literaturarchiv Marbach, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar

weitere Informationen: http://www.dla-marbach.de/aktuelles/veranstaltungen/einzelansicht_termin/ext/923/index.html
Hamburg, 4. April, 20 Uhr Lesung aus den "Abschiedsbriefen", Podiumsgespräch mit Ulrike und Helmuth Caspar von Moltke

Ort: Literaturhaus Hamburg e.V., Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

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Zum Tod von Freya von Moltke

Freya von Moltke 1911-2010

Am 01. Januar 2010 ist Freya von Moltke in ihrer Wahlheimat Norwich, Vermont (USA) gestorben. Mit ihr ist das letzte Mitglied der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis von uns gegangen, die zwischen 1940 und 1944 in zahlreichen Treffen Pläne für ein demokratisches Deutschland, eingebunden in ein geeintes Europa, nach dem Fall des nationalsozialistischen Regimes entwickelte.

Freya von Moltke wurde am 29. März 1911 in Köln geboren. Mit 20 Jahren heiratete sie Helmuth James Graf von Moltke und zog auf das Familiengut Kreisau in Niederschlesien. 1935 promovierte sie an der juristischen Fakultät in Berlin. Zusammen mit ihrem Mann traf sie die bewusste Entscheidung, aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Sie unterstützte mit Lebensmitteln vom Gut aus die Versorgung von in Berlin versteckten Juden. Zwischen 1942 und 1943 war Freya von Moltke Teilnehmerin der Sitzungen des Kreisauer Kreises auf ihrem Gut. Sie war Gesprächspartnerin ihres Mannes und begleitete ihn durch die Zeit der Widerstandsplanungen und der Haftzeit: Seine täglichen "Briefe an Freya", 1988 veröffentlicht, gehören zu den wichtigsten Zeugnissen des Widerstandes in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Kriegsende, dem Verlust ihres Mannes und ihrer zweiten Heimat Kreisau ging Freya von Moltke mit ihren zwei Kindern, Konrad und Helmuth Caspar, nach Südafrika, der Heimat der Großeltern ihres Mannes, wo sie als Sozialarbeiterin tätig war. 1956 kehrte sie nach Deutschland zurück, um 1960 nach Vermont (USA) überzusiedeln. Dort lebte sie bis zu seinem Tode mit dem Rechtshistoriker und Soziologen Eugen Rosenstock-Huessy. Durch eigene Berichte, die Herausgabe von Dokumenten sowie die Betreuung und Beratung bei zahlreichen Veröffentlichungen zum Kreisauer Kreis ist ihr ein nicht unerheblicher Teil der Überlieferungen zum deutschen zivilen Widerstand im Nationalsozialismus zu verdanken.

Sie setzte sich mit viel Feingefühl gegenüber den polnischen Belangen für einen Wiederaufbau Kreisaus als Ort der Verständigung und Begegnung insbesondere auch für die junge Generation ein, die im Jahr der Wunder 1989 möglich wurde. Bis zu ihrem Tod hat sie als Freundin, Ratgeberin, als regelmäßiger Gast und in verschiedenen Gremien die Entwicklung der Begegnungs- und Gedenkstätte im heute polnischen Kreisau (Krzyżowa) begleitet und wichtige Impulse gesetzt. 2004 haben ihre deutschen Freunde eine Stiftung gegründet und nach ihr benannt, um sie und ihren Einsatz zu würdigen. In ihrem Sinne will die Stiftung durch Beiträge aus der deutschen Zivilgesellschaft ein Kapital aufbauen, um die Arbeit dieses Neuen Kreisaus langfristig abzusichern.

"Menschen, die wissen, worum es geht": Dieser Titel eines Buches von Marion Dönhoff könnte für Freya von Moltke erfunden worden sein. Freya von Moltkes ganzes Leben war geprägt von einer gradlinigen, furchtlosen Intuition, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort das Richtige zu tun. "Mut zum Leben, Verständigung, Versöhnung und das Einreißen von festgefahrenen Denkmustern sind Schlüsselbegriffe in ihrem Leben", sagte Władysław Bartoszewski aus Anlass der Verleihung des Brücke-Preises der Stadt Görlitz an Freya von Moltke 1999. Mit dieser Haltung wirkte sie prägend auf ihr Umfeld, auf Menschen der jungen Generation in den USA, in Deutschland und Polen, genau so wie auf Menschen der Kriegs- und Vertriebenengeneration. Wir haben eine der ganz großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts verloren.

 

Berlin, 04. Januar 2010

 

Für alle deutschen, polnischen und amerikanischen Freunde und Mitstreiter Freya von Moltkes:

Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau
Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Kreisau-Initiative Berlin e.V.
Kreisau-Initiative e.V. Würzburg

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